Der König auf Camelot

Buchdeckel „978-3-608-93713-8
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Ein unerschöpfliches Buch

Alle vier Bücher in einem Band:
Erstes Buch: Das Schwert im Stein
Zweites Buch: Die Königin von Luft und Dunkelheit
Drittes Buch: Der mißratene Ritter
Viertes Buch: Die Kerze im Wind

»White weiß alles über das Mittelalter, und er erzählt alles, die Tatsachen wie die Mythen. Er weiß über die Falknerei Bescheid und über die Wildschweinjagd, aber auch über Mode über das Tunierwesen. Er kann packende Abenteuer ebenso erzählen wie subtile Charaktere zeichnen, er schreibt eine zarte Liebesgeschichte und einen philosophischen Diskurs über die Schwierigkeit des Menschen, Frieden zu halten.«
Rudolf Herfurtner

Leseprobe
Wart wurde weh zumute. Sein Tutor war nun einen Monat hier, und jetzt war's August, und bisher hatte noch kein Unterricht stattgefunden. Plötzlich wurde ihm klar, daß es ja Merlins Aufgabe war, ihn zu unterrichten, und mit Entsetzen dachte er an Simmulae Logicales und Astronomie. Er wußte indessen, daß er's ertragen mußte; also stand er gehorsam auf und streichelte Cavall wehmütig zum Abschied. Er stellte sich vor, daß es bei Merlin vielleicht nicht gar so schlimm werden würde; möglicherweise gelang es ihm, selbst das verwünschte Organon interessant zu machen, zumal, wenn er ein bißchen zauberte. [...]

"Ich wollt', ich wär' ein Fisch", sagte Wart.
"Was für einer?"
Es war fast zu heiß, um darüber nachzudenken, doch Wart starrte gedankenverloren in die kühle, bernsteinfarbene Tiefe, wo ein Schwarm kleiner Barsche schwerelos schwebte.
"Vielleicht möcht ich ein Barsch sein", sagte er. "Die sind nicht so tölpelhaft wie die dummen Plötzen und andererseits nicht so mordlüstern wie die Hechte."
Merlin nahm seinen Hut ab, hob seinen Stab aus lignum vitae ehrerbietig in die Höhe und sagte langsam: "Nilrem tßürg nutpen, dnu lliw re ettib neseid negnuj sla hcsif nemhenna?" Allsogleich erhob sich ein großes Getöse von Muscheln, Schnecken und dergleichen, und über den Zinnen erschien ein feister, fröhlicher Mann rittlings auf einer geblähten Wolke. Auf seinen Bauch war ein Anker tätowiert, und auf der Brust trug er eine hübsche Seejungfer, darunter ihren Namen: Mabel. Er spuckte seinen Priem aus, nickte Merlin leutselig zu und richtete seinen Dreizack auf Wart. Wart stellte fest, daß er nichts anhatte. Er merkte, daß er von der Zugbrücke herabfiel und mit einem Platschen aufs Wasser schlug. Er entdeckte, daß Graben und Brücke hundertmal größer geworden waren. Er wußte, daß er zum Fisch wurde.

"Merlin, bitte", rief er, "kommt doch auch."

"Dieses eine Mal", sagte eine volltönende und weihevolle Stimme neben ihm, "komme ich. Hinfort jedoch wirst du auf dich selbst gestellt sein. Erziehung ist Erfahrung, und die Quintessenz aller Erfahrung ist Selbstvertrauen."

Wart fand es schwierig, ein ganz anderes Lebewesen zu sein. Es hatte keinen Sinn, wie ein Mensch schwimmen zu wollen, weil's spiralig wurde und viel zu langsam ging. Er hatte keine Ahnung, wie man als Fisch zu schwimmen hat.
"So doch nicht", sagte der Schlei gewichtig. "Leg dein Kinn an die linke Schulter und schnipp los. Kümmre dich nicht um die Flossen."

Warts Beine waren mit dem Rückgrad eins geworden, und seine Füße und Zehen hatten sich zu einer Schwanzflosse umgebildet. Auch seine Arme waren zu Flossen geworden - von zart rosaroter Färbung -, und in der Bauchgegend hatte er einige weitere angesetzt. Sein Kopf war nach hinten gerutscht: wenn er sich krümmte, berührte er mit den Zehen nicht das Kinn, sondern das Genick. Er war hübsch anzuschauen, olivgrün, mit einem ziemlich kratzigen Schuppenpanzer und dunklen Seitenstreifen. Er war nicht sicher, wo seine Seiten waren und wo hinten und wo vorne war, doch was jetzt sein Bauch zu sein schien, leuchtete in attraktiv-weißlicher Färbung, während sein Rücken mit einer kraftvollen Flosse gewappnet war, die kämpferisch aufgerichtet werden konnte und Stacheln hatte. Er versuchte sich, wie von dem Schlei angewiesen, in Schnipp-Schnapp-Stößen und stellte fest, daß er schnurstracks in den Schlamm hineinschwamm.

"Nimm deine Füße zur Hilfe, wenn du nach rechts oder links willst", sagte der Schlei, "und sorg mit den Bauchflossen für die Balance. Du lebst jetzt in zwei Ebenen, nicht nur in einer."

Wart entdeckte, daß er sich in der Waagrechten halten konnte, wenn er mit seinen Arm-Flossen und mit denen an seinem Bauch ausgleichende Wedelbewegungen machte. Leicht taumelnd, schwamm er von dannen und fühlte sich ungeheuer wohl.

"Komm zurück," sagte der Schlei. "Erst mußt du schwimmen lernen, ehe du dich drauflossstürzen kannst."

Wart kehrte im Zick-Zack-Kurs zu seinem Lehrherrn zurück und bemerkte: "Irgendwie komm ich nicht geradeaus."
Hobbitpresse Aus dem Englischen von Rudolf Rocholl, Verse von H. C. Artmann übertragen
4. Aufl. 2012, 635 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-93713-8

Terence H. White

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