Das Buch Merlin

Buchdeckel „978-3-608-87525-6

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Erst im »Buch Merlin« vollendet sich Whites mehrbändiges Werk »König auf Camelot«.
»Dieses letzte Buch«, schreibt T. H. White, »ist die Krone des Ganzen. Das Thema heißt Krieg und wie er gestoppt werden kann.«

König Arthur von England sitzt am Vorabend des Kampfes in seinem Kriegszelt. Morgen wird er auf dem Schlachtfeld seinem außerehelichen Sohn Mordred und dessen Heer von Nazi-ähnlichen Schlägern gegenüberstehen. Seine Regentschaft ist Arthur schmerzlich lang geworden. Sein Sinn für Gerechtigkeit und Harmonie zwang ihn, die »zivilisierte Welt« und die berühmte Tafelrunde zu schaffen und die Suche nach dem Heiligen Gral zu fördern.

Nun ist er allein. Er erfüllt seine königlichen Pflichten, indem er gedankenabwesend den täglichen Aktenkram erledigt, und spürt dabei, was er verloren hat und was ihn schmerzt.

Als sich die Zeltklappe bewegt, schaut er auf ...

Leseprobe
Nachmittags wanderte eine schwarze Ameise über die neue Brücke; es war eine der unseligen fuscae, einer bescheidenen Rasse, die nur zur Selbstverteidigung kämpft. Sie stieß auf eine der Straßenreinigungs-Ameisen und wurde auf der Stelle ermordet. Die Rundfunksendungen änderten sich sogleich, als diese Nachricht bekannt geworden war - und sobald spionierende Späher entdeckt hatten, daß sich im fusca-Nest ebenfalls ein Sirupglas befand. Statt "Mammy-Mammy-Mammy" ertönte "Ameisenland, Ameisenland über alles", und die Flut der Anordnungen wurde zugunsten von Vorträgen über den Krieg, über Patriotismus und die wirtschaftliche Lage unterbrochen. Die klangvolle Stimme teilte mit, daß ihre geliebte Heimat von Horden gemeiner fuscae umzingelt sei - woraufhin der Rundfunkchor sang:

Wenn fusca-Blut vom Messer spritzt,Dann ist die Sache schon geritzt. Auch wurde erklärt, die Ameisen-Mutter in ihrer unerschöpflichen Weisheit habe verfügt, daß schwarze Ameisen immer die Sklaven der roten sein müßten. Ihr geliebtes Land habe gegenwärtig nicht einen Sklaven, ein schimpflicher Zustand, dem abgeholfen werden müsse, wenn die Herrenrasse nicht untergehen sollte. Eine dritte Verlautbarung besagte, das Nationaleigentum der Sanguinea sei bedroht: Ihr Sirup sei in Gefahr, ihre Haustiere, die Käfer und Blattläuse, sollten entführt werden, und dem Kommunemagen stehe eine Hungersnot bevor. Zweien dieser Rundfunksendungen hörte der König gut zu, so daß er sie später wiedergeben konnte. In der ersten wurde folgendermaßen argumentiert:A. Wir sind so zahlreich, daß wir Hunger leiden.B. Daher müssen wir mehr Kinder gebären, damit wir noch zahlreicher und hungriger werden.C. Wenn wir so zahlreich und hungrig geworden sind, gebührt uns offensichtlich das Recht, den Sirup anderer Völker in Besitz zu nehmen. Außerdem haben wir dann ein zahlreiches und hungriges Heer.Erst als dieser logische Gedankengang in die Tat umgesetzt worden war und alle Kinderstuben die dreifache Menge Nachwuchs produzierten (während beide Nester von Merlin reichlich mit Sirup versorgt wurden) - man muß ja zugeben, daß hungernde Nationen nie ganz so verhungert zu sein scheinen, als daß sie sich nicht weitaus kostspieligere Rüstungen als alle anderen leisten könnten -, da erst begann man mit der zweiten Art von Vorträgen.Der zweite Typ lautete wie folgt:A. Wir sind zahlreicher als sie, demzufolge haben wir ein Anrecht auf ihren Sirup.B. Sie sind zahlreicher als wir, daher versuchen sie niederträchtigerweise, unseren Sirup zu stehlen.C. Wir sind eine mächtige Rasse und haben das natürliche Recht, ihre schwächliche zu unterjochen.D. Sie sind eine mächtige Rasse und wollen unsere harmlose unnatürlicherweise unterjochen.E. Wir müssen sie in Selbstverteidigung angreifen.F. Sie greifen uns an, indem sie sich selbst verteidigen.G. Wenn wir sie heute nicht angreifen, tun sie es morgen.H. Auf keinen Fall greifen wir sie an. Wir bieten ihnen unschätzbare Vorteile.
Hobbitpresse Das unveröffentlichte Fünfte Buch von »Der König auf Camelot«, aus dem Englischen übersetzt von Irmela Brender (Original: The Book of Merlyn - The Unpublished Conclusion to The Once and Future King)
176 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-87525-6

Terence H. White

T. H. White wurde am 29. Mai 1906 in Bombay, in Indien geboren, wo sein Vater Mitglied des Indian Civil Service war. Zur Schule ging er aber in Gro ...

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