Die Demokratisierung der Psychotherapie

Buchdeckel „978-3-608-96003-7
Dieses Buch erwerben
gebunden mit Schutzumschlag
leider vergriffen
Versandkostenfrei nach D, CH, A; hier inkl. Mwst. - >> Lieferinformationen - Einzelheiten zu Ihrem Widerrufsrecht finden Sie in den >> AGBs. - >> Akzeptierte Zahlungsmittel

Bilanz eines großen Psychotherapeuten

Eine Zeitreise durch die professionelle Vergangenheit eines der bedeutendsten zeitgenössischen Psychotherapeuten und somit ein Stück Psychotherapiegeschichte, zugleich eine Betrachtung der Möglichkeiten und Beschränkungen von Psychotherapie vor dem jeweiligen gesellschaftlichen Hintergrund.
In seinem neuen Werk verbindet Stierlin seine historischen Erfahrungen aus der Zeit der Nazidiktatur mit der gerade entstehenden westdeutschen Demokratie sowie der amerikanischen Kultur zu einer Zeitreise durch seine professionelle Vergangenheit. Er beleuchtet, wie die in einem Land vorherrschende psychotherapeutische Kultur immer mit der jeweiligen Gesellschaftsform zusammenhängt. Viele psychotherapeutische Richtungen sind traditionell eher undemokratisch organisiert, bauen auf einem Machtgefälle auf und festigen hierarchische Strukturen. Seit 1955 hat Stierlin erleben können, wie liberales Denken in den USA enorme Kräfte freisetzte; psychotherapeutische Strömungen blühten im Klima von Toleranz und auch Konkurrenz auf. Er schildert den Aufbruch weg von der Anstalts- und Einsperrpsychiatrie hin zu modernen Ansätzen des Verstehens und der Selbsthilfe. Nicht zuletzt trug das systemische Denken zu einer Demokratisierung der therapeutischen Landschaft bei, indem neue Möglichkeiten des Deutens, der Diagnostik und der Therapie erschlossen wurden. Es bleibt die Frage: Sind demokratische Vorgehensweisen in der Therapie anderen in allen Fällen vorzuziehen?

Eine Bilanzierung der bisherigen und ein Ausblick auf künftige Entwicklungen der therapeutischen Praxis machen dieses Werk für Ärzte und Psychotherapeuten, für Erzieher, Sozialarbeiter und Eheberater lesenswert.
Leseprobe
Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Was läßt sich unter einer demokratischen Kultur verstehen? Anstöße zum Nachdenken
Das antike Athen: Vorbild für eine demokratische Kultur? Philosophen als Ermöglicher und Gefährder einer demokratischen Kultur Demokratische Kultur: Ausdruck und Folge einer Familienkultur? Fragen mit Blick auf die Geschichte Beginnende Blüte und Untergang einer deutschen demokratischen Kultur Zur Rolle der Psychotherapeuten in Nazi-Deutschland

II Beziehungen und Psychotherapien im Wandel
Gemeinsamkeiten zwischen der frühen athenischen und der heutigen deutschen Demokratie? Weiche versus harte Realität: Eine Leitunterscheidung Aspekte weicher Realität im Lichte systemisch-therapeutischer Praxis Zur Bedeutung des "Reframing"

III. Zum Aufbruch in der Psychoszene
Ansätze zu einer vergleichenden Analyse der Therapierichtungen Vorwiegend gegenwartsbezogene Verstehens- und Therapieansätze Vorwiegend vergangenheitsbezogene Ansätze Vorwiegend zukunftsorientierte Verstehens- und Therapieansätze

IV. Bezogene Individuation
Was ist darunter zu verstehen? "Individuation mit" und "Individuation gegen" Bezogene Individuation als Ausdruck und Folge einer demokratischen Kultur Problemfeld "Gerechtigkeit" Zur Bedeutung klarer Kommunikation

V. Inneres Parlament - Innere Demokratie
Vom Nutzen eines Bildes Freud im Vergleich Anforderungen an ein systemisch konzipiertes Ich Typische Störungen und Blockaden des inneren Parlamentes Herausforderungen an ein autonomes Ich Leitvorstellung Wohlbefinden Der Blick auf "Verknotungen" Zur Beziehung zwischen Ich und Körper Zur Beziehung zwischen Ich und Zugehörigkeitssystem Zum Delegationsszenario

VI. Familientherapie und/oder Einzeltherapie?
Die Herausforderung Zwei Ansätze Ein Fallbeispiel Zur Anliegens- und Auftragsklärung Wohlwollende Neutralität Aufgeschlossenheit für Auswirkungen Auswirkungsorientiertes zirkuläres Fragen Familientherapie in der Einzeltherapie?

VII. Fragen zu Psychose und demokratischer Kultur
Westliche Psychiatrie im Wandel Psychose als Krankheit: Ein historischer Rückblick Zur Psychiatrieszene im Nachkriegsdeutschland Zur Psychiatrieszene in den USA Vorbild Frieda Fromm-Reichmann Trendsetter Chestnut Lodge Anstöße zum Umdenken Zugehörigkeitssystem Familie Von den Forschungen der Lidz-Gruppe zu denen von Wynne und Singer

VIII. Das Heidelberger Psychosen-Projekt
Die richtungweisenden Fragen Drei Projektphasen und drei Zeitperspektiven Zwei idealtypische Konfliktszenarien Konstruktives Konfliktmanagement in einer demokratischen Beziehungskultur Unterschiedliche Strategien der Konfliktvermeidung Unterschiedliche Wertsysteme, die mit unterschiedlichen Affekten einhergehen Zur Bedeutung des inneren Parlamentes in einer demokratischen Beziehungs- und Psychotherapiekultur Wie und wann läßt sich psychotischem Verhalten Sinn abgewinnen? Ein durch die modernen Systemwissenschaften geprägter Ansatz Doppelte Dissoziation Was führt zur Exkommunikation? Wege aus der Exkommunikation Zum therapeutischen "Splitting" Chancen und Probleme einer "Externalisierung" Der Psychotherapeut als Ordnungsinstanz Anstöße zu Eigenaktivität Zur Problematik des Begriffs "Geisteskrankheit" Noch einmal: Chancen und Gefahren einer Demokratisierung der Arzt-Klient-Beziehung

IX. Neuere Entwicklungen
Psychosen-Seminare Mehr Fragen

Schlußbemerkung

Bibliographie
Anmerkungen
Personenregister
»... Das Buch wendet sich an Fachleute und ist flüssig und leicht verständlich geschrieben. Es wird vor allem Lesende ansprechen, die sich für die Entwicklung der Psychotherapie als einem Teil unserer Zeitgeschichte interessieren. Es sensibilisiert aber auch breitere Kreise für die stete Gefahr, den demokratischen Fortschritt im Umgang mit Ausgegrenzten wieder zu verlieren. Es ist ein Plädoyer für Toleranz und kreative Konkurrenz, wie sie Helm Stierlin in seinem Heidelberger Wirken praktisch vorgelebt hat. ...«
Jürg Willi (Familiendynamik, 3/2004)

»... Es werden einige therapeutische Techniken angeführt, so der Weg der "Externalisierung". ... Der Autor meint, dass die Solidarisierung in Deutschland im Kampf gegen die Außenbedrohung nach dem Weltkrieg auch eine Externalisierung war, um sich nicht mit der eigenen Schuldfrage befassen zu müssen... Es handelt sich also um den Lebensrückblick eines wesentlichen Psychotherapeuten mit vielfachen Seitenblicken auf Politik, Personen und Psychotherapie.«
G.S. Barolin (Wiener Medizinische Wochenschrift)
Klett-Cotta Fachbuch
1. Aufl. 2003, 220 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-96003-7
autor_portrait

Helm Stierlin

Prof. Dr. med. et phil., war Psychoanalytiker und Systemischer Familientherapeut. Von 1974 bis 1991 war er Ärztlicher Direktor der Abteilung für ...

Weitere Bücher von Helm Stierlin

Die Sprache der Familientherapie

Ein Vokabular. Kritischer Überblick und Integration systemtherapeutischer Begriffe, Konzepte und Methoden

Ich und die anderen

Psychotherapie in einer sich wandelnden Gesellschaft


Unser Service für Sie

Zahlungsmethoden
PayPal (nicht Abos),
Kreditkarte,
Rechnung
weitere Infos

PayPal

Versandkostenfreie Lieferung
nach D, A, CH

in D, A, CH inkl. MwSt.
 
weitere Infos

Social Media
Besuchen Sie uns bei


www.klett-cotta.de/im-netz
Facebook Twitter YouTube
Newsletter-Abo

Klett-Cotta-Verlag

J. G. Cotta’sche Buchhandlung
Nachfolger GmbH
Rotebühlstrasse 77
70178 Stuttgart
info@klett-cotta.de