Trauma & Gewalt

Heft 01 / Februar 2009

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Johann Caspar Rüegg

Traumagedächtnis und Neurobiologie . Konsolidierung, Rekonsolidierung, Extinktion

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Zusammenfassung:

Nach furchterregenden traumatischen Erfahrungen, die zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung führen, wird die Angst oft jahrzehntelang im Traumagedächtnis gespeichert. Ganz unmittelbar beteiligt ist dabei das Limbische System, insbesondere die Amygdala. Durch Vorgänge, die an die traumatische Erfahrung erinnern, kann jedoch die im impliziten Gedächtnis – vor allem in der Amygdala – latent gespeicherte Furcht jederzeit reaktiviert werden; gleichzeitig werden damit die bereits konsolidierten Furchtengramme dekonsolidiert und offenbar sogar gelöscht, falls sie nicht erneut konsolidiert werden. Behandlungen, die mit der Rekonsolidierung interferieren, dürften deshalb zur Unterstützung einer Therapie traumatisch verursachter Angststörungen nützlich sein und möglicherweise sogar erlernte Ängste »löschen«. Emotionsforscher wie LeDoux sind freilich der Ansicht, dass bei der Löschung, der so genannten Extinktion, einer erlernten Furcht die im Traumagedächtnis implizit gespeicherte emotionale Angst nur gehemmt, aber nicht ausgelöscht und quasi getilgt werde. Allerdings wird diese Meinung inzwischen aufgrund aktueller Ergebnisse der neurobiologischen Traumaforschung kontrovers diskutiert – auch hinsichtlich ihrer Relevanz für die Klinik. Prof. Dr. med. Johann Caspar Rüegg, Ph.D., ist emeritierter Professor für Physiologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg; sein neuestes Buch heißt: »Gehirn, Psyche und Körper«. Prof. Dr. med. Johann Caspar Rüegg Haagackerweg 10 69493 Hirschberg

Summary:

After harrowing traumatic experiences leading to a posttraumatic stress disorder the fear caused by those experiences is frequently stored in the trauma memory for decades. In this process the limbic system is crucially involved, more especially the amygdala. Events recalling the traumatic experience can reactivate the latent fear stored in the implicit memory – notably in the amygdala – at any time. But this process also destabilizes and may possibly even extinguish the consolidated fear engrams unless they are reconsolidated. Accordingly, treatments interfering with reconsolidation are likely to support therapy for trauma-induced anxiety disorders and may even be able to »extinguish« acquired fears. Admittedly, emotion researchers like LeDoux suggest that the extinction of acquired fear only inhibits the emotional anxiety implicitly stored in the trauma memory instead of eradicating it altogether. Recent findings in neurobiological trauma research have however aroused controversy about this opinion, not least in terms of its clinical relevance.

Résumé:

Trauma & Gewalt Jahrgang 03, Heft 01, Februar 2009
broschiert
ISSN: 1863-7167

Autoren in dieser Ausgabe

Günter H. Seidler, Wolfgang U. Eckart, Johann Caspar Rüegg, Jochen Peichl, Christine Knaevelsrud, Nadine Stammel, Harald J. Freyberger, Carsten Spitzer, Cathrin Chevalier, Michael Gillner, Thomas Maier, Julia Müller, Andreas Maercker, Jan Ilhan Kizilhan, Elke Kügler, Tobias Pott, Thomas Ehring, Birgit Klein,


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