PSYCHE

Heft 11 / November 2014

Psychoanalytische Ausbildung kontrovers

Das könnte Sie interessieren

Männlichkeiten

Wie weibliche und männliche Psychoanalytiker Jungen und Männer behandeln

Die Dynamik des Psychischen

Praxishandbuch für das Verständnis der Beziehungsdynamik

Unerhört - Vom Hören und Verstehen

Die Wiederentdeckung der grundlegenden Methode der Psychoanalyse

Unbewusste Rituale in der Liebe

Einführung in die Paaranalyse
Diese Ausgabe erwerben
Printausgabe vergriffen, Artikel als PDF erhältlich, siehe unten
Werner Bohleber

Editorial

« zurück zum Inhalt

Zitate:

Die psychoanalytische Ausbildung, ihre Strukturen und deren Reform sind innerhalb der psychoanalytischen Community seit Dekaden ein kontrovers diskutiertes Thema, das zuzeiten breiteres Interesse gewinnt und dann wieder in den Hintergrund gerät, wobei dieser Verlauf selbst zum Thema geworden ist: Ist die psychoanalytische Ausbildung überhaupt reformfähig? In letzter Zeit ist es vor allem die Lehranalyse, die wieder vermehrtes Interesse auf sich zieht, fokussiert auf die Frage des besonderen Status des Lehranalytikers. Eigentlich ist die Lehranalyse eine persönliche Analyse, die der psychischen Weiterentwicklung des Ausbildungskandidaten dienen soll, und doch ist sie durch ihre Einbindung als obligatorische Ausbildungsanalyse in die psychoanalytischen Institute zugleich mehr und birgt, was die Prinzipien einer analytischen Behandlung betrifft, Widersprüche in sich, die – wie von einigen immer wieder hervorgehoben – destruktive Konsequenzen haben können.
Mit diesem Thema beschäftigt sich die Arbeit von Andreas Herrmann. Er zieht aus der Dauerdiskussion des Themas die Konsequenz, dass es eine Illusion sei, die Widersprüche im Verhältnis von Lehranalyse und Institution vollständig auflösen zu können. Beide stünden in einem paradoxen Verhältnis zueinander, das als unaufhebbar anerkannt werden müsse. Wir haben Ralf Zwiebel und Georg Bruns gebeten, zu dieser These der Paradoxie Stellung zu nehmen.
Thomas Pollak findet in der Verfasstheit unserer psychoanalytischen Institute implizite religiöse Phänomene. Sie bilden für ihn einen wesentlichen Faktor für die Probleme, mit denen wir in der Ausbildung und in der klinischen Praxis konfrontiert sind.
Jill Scharff und David Scharff stellen ihr affektbasiertes Ausbildungsmodell vor, das sie an ihrem International Psychotherapy Institute in den USA zunächst für die Ausbildung psychoanalytischer Psychotherapeuten entwickelt und dann auf die psychoanalytische Ausbildung ausgedehnt haben. Es ist ein alternatives Modell, das anders als das traditionelle Modell aufgebaut ist, aber Impulse für dessen Veränderung vermitteln kann.
Uns ist das Beharrungsvermögen psychoanalytischer Institutionen und die Angst vor größeren Veränderungen bewusst, wir hoffen aber, mit diesem Heft einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion der Strukturen und Inhalte der psychoanalytischen Ausbildung leisten zu können.
*
Zum 1. Oktober 2014 ist Bernd Schwibs, der Leitende Redakteur der Psyche, in Ruhestand gegangen. Er war 1998 zur Psyche gekommen und hat mehr als 15 Jahre die Redaktion geleitet und das Bild der Zeitschrift in den psychoanalytischen Fachgesellschaften und in der Öffentlichkeit wesentlich mitgeprägt. Von seiner Position her war er der Ansprechpartner für die Autoren. Er vermittelte die Entscheidungen über eingereichte Manuskripte an die Autoren und bearbeitete und betreute editorisch ihre zur Publikation angenommenen Manuskripte – eine oft nicht ganz einfache Aufgabe, die er mit großer Sensibilität wahrnahm. Bernd Schwibs ist ein international renommierter Übersetzer mit einer ausgezeichneten Kenntnis der literarischen und sozialwissenschaftlichen Szene. Davon haben die Psyche, die Redaktion und die Autoren außerordentlich profitiert.
Die Psyche hat in diesen Jahren wichtige Veränderungen durchlaufen, sie hat Entwicklungen der Psychoanalyse und der mit ihr verbundenen Wissenschaften aufgenommen, deren Stellenwert in der Redaktion diskutiert und in die Publikationspolitik integriert. 2006 haben wir ein anonymes Peer-Review-Verfahren für eingereichte Manuskripte eingeführt und weiterentwickelt. Diese Umstrukturierungsprozesse verliefen nicht ohne Schwierigkeiten, bei deren Bewältigung wir auf Bernd Schwibs immer als umsichtigen, verlässlichen und loyalen Partner bauen konnten. Die vom Verlag Klett-Cotta in Gang gesetzte Digitalisierung der Zeitschrift, die schließlich zum Aufbau des digitalen Psyche-Archivs führte, das für die Zukunft der Zeitschrift von großer Bedeutung ist, hat er in Zusammenarbeit mit Agnes Katzenbach trotz zeitweise erheblicher technischer Probleme ohne viel Aufhebens erfolgreich verwirklicht.
Bernd Schwibs ist in den langen Jahren zu einem der Repräsentanten der Zeitschrift Psyche geworden. Sie hat ihm viel zu verdanken, und der Abschied fiel ihm und uns nicht leicht.
Seine Nachfolge hat Dr. Dominic Angeloch angetreten. Als Literaturwissenschaftler hat er sich mit Problemen psychoanalytischer Textinterpretation befasst. Er hat in der Redaktion von Luzifer-Amor – Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse mitgearbeitet und ist derzeit dabei, den Briefwechsel von Sigmund Freud mit dem amerikanischen Publizisten George Sylvester Viereck herauszugeben. Wir freuen uns, dass wir ihn für die Aufgabe des Leiters der Redaktion gewinnen konnten.
Für das Herausgebergremium und die Redaktion
Werner Bohleber

PSYCHE Jahrgang 68, Heft 11, November 2014
broschiert
ISSN: 0033-2623

Autoren in dieser Ausgabe

Andreas P. Herrmann, Ralf Zwiebel, Georg Bruns, Thomas Pollak, Jill S. Scharff, David E. Scharff, Werner Bohleber,


Unser Service für Sie

Zahlungsmethoden
PayPal (nicht Abos),
Kreditkarte,
Rechnung
weitere Infos

PayPal

Versandkostenfreie Lieferung
nach D, A, CH

in D, A, CH inkl. MwSt.
 
weitere Infos

Social Media
Besuchen Sie uns bei


www.klett-cotta.de/im-netz
Facebook Twitter YouTube
Newsletter-Abo

Klett-Cotta-Verlag

J. G. Cotta’sche Buchhandlung
Nachfolger GmbH
Rotebühlstrasse 77
70178 Stuttgart
info@klett-cotta.de