MERKUR

Heft 12 / Dezember 2018

Heft 835

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Zur spezifischen Stoffpalette des petromodernen way of life gehören [...] Lösungsmittel, Pharmaka, Nylon, Vinyl, Gore-Tex, Kunstgummireifen, Granulatfußballplätze, Schaumstoff oder Polymere aller Art: Moderne Menschen kleiden sich in Öl, via Kunstdünger ernähren sie sich mithilfe von Öl. Sie bewegen sich fort mit Öl und zahlen mit Öl. Vor allem aber verbrennen sie Öl.
Alexander Klose/Benjamin Steiniger, Im Bann der fossilen Vernunft

Auf der einen Seite der Grenze stehen Schriftsteller, auf der anderen Wissenschaftler. Die einen produzieren Fiktionen, die sie den anderen zur Objektivierung hinüberreichen. Hier lebendige Figuren, die dort synthetisiert werden; in einem Zwischenreich angesiedelt, führen sie fortan ein untotes Leben: ästhetisch abgehalftert, doch analytisch verwertbar.
Thomas Etzemüller, Was wahr sein könnte

Das, was wir anderen mündlich mitteilen, wird in der Regel richtig verstanden. In diesem Glauben stecken drei Unterannahmen: Wir drücken uns verständlich aus, wir hören anderen zu, und wir bemerken Missverständnisse, wenn sie auftreten. Alle drei kommen mir unwahrscheinlich vor, seit ich gelegentlich interviewt werde und selbst Gespräche mit anderen aufzeichne und transkribiere.
Kathrin Passsig, The Trouble With Talking

In dieser überaus komplexen Vermischung von Moral und Recht, in der juristisch genaue Differenzierungen nur allzu leichtfertig übergangen werden, wird nun allerdings umso deutlicher an einer anderen Unterscheidung festgehalten, die dem Recht in diesem Zusammenhang völlig fremd ist: der Unterscheidung zwischen Kunst und Nichtkunst.
Sophie Schönberger, Rechtskolumne

"Neoliberal" und "Neoliberalismus", so eine weitverbreitete Meinung, sind zu politischen Kampfbegriffen verkommen, die längst jede Präzision und jede analytische Kraft eingebüßt haben. Stattdessen fungieren sie lediglich als Platzhalter für Politiken, Verhaltensweisen, Mentalitäten, die einem aus Gründen, die man nicht näher benennen kann oder möchte, irgendwie zuwider sind.
Catherine Davies, Neoliberalismus, Demokratie und die supranationale Föderation

Der importierte Maoismus war ein neuerlicher Beleg für die Tendenz zur Verschärfung, die dem linken Radikalismus eigen ist, dafür also, wie ein originärer Befreiungsimpuls in freiwillige Unterwerfung mündet.
Claus Leggewie, Mao in Frankreich

Als kulturelle Erscheinung wurde "Nostalgie" in Deutschland erstmals 1962 von Theodor W. Adorno und Helmuth Plessner im Merkur beobachtet. Die beiden Soziologen mokierten sich über ein plötzliches, von ihnen mit Misstrauen gesehenes Interesse an der Kultur der 1920er Jahre, insbesondere ihrer Schlager, Theaterstücke und Literatur. Diese Verklärung der Weimarer Republik suchten sie zu kurieren, indem sie dieser ihre eigenen negativen Erinnerungen gegenüberstellten.
Tobias Becker, Eine kleine Geschichte der Nostalgie

Die indische Regierung betrachtet zwar eigentlich China als ihren großen strategischen Gegenspieler, fühlt sich aber durch Pakistan geradezu tödlich genervt. Denn sie sieht in Pakistan eine Militärkaste an der Macht, die den Konflikt schon aus Selbsterhaltungstrieb perpetuieren möchte. Auch schmuggle, so die indische Sicht, Pakistan fortwährend Terroristen über die Grenze in Kaschmir, um auf indischem Gebiet Unruhe zu schüren.
Holger Afflerbach, Pakistans Sicherheitsdilemma

Wie der orthodoxe Marxismus will das politisch interessierte Regietheater den utopischen Weitblick in eine hierarchiefreie Gesellschaft, meint aber, fürs Vorankommen die Autorität eines Souveräns zu brauchen. Demokratische Theaterarbeit in der freien Szene folgt stattdessen der Einsicht des Anarchismus, dass wir niemals Gleichheit verwirklichen werden, wenn wir nicht hier und jetzt schon damit anfangen, sie unter uns zu etablieren.
Kai van Eikels, Betriebshellsichtigkeit. Zur Souveränität des Theaters

KZ-Souvenirs und Auschwitz-Selfies sind alltägliche Phänomene geworden. Das Holocaust-Mahnmal in der Mitte Berlins ist eine Touristenattraktion, die für Erschütterung und Entspannung gleichermaßen zur Verfügung steht. Die Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Zivilisationsbruch hat sich zu einer Ästhetik des Grauens entwickelt, deren öffentliche Verfügbarkeit schrankenlos geworden ist.
Martin Sabrow, Die Krise der Erinnerungskultur

Neuerdings spiele ich GTA, von morgens bis abends. Einmal war ich so ins Spiel vertieft, dass der Kaffee in der Maschine überlief; ich zog das Kabel aus der Wand und erlitt einen Stromschlag. Meine Todesfurcht war gerührt, und doch raste ich kurz darauf schon wieder durch Los Santos. Vielleicht daher das plötzliche Interesse an so einem jugendlichen Scheitel, frisurgewordene Antwort auf den sogenannten Rechtsruck, der ja eher die spontane Entleerung eines knapp unter der Oberfläche immer schon schwelenden, geradezu kosmisch anmutenden Furunkels ist.
Enis Maci, Viviennis Molitrix


MERKUR Jahrgang 72, Heft 835, Heft 12, Dezember 2018
broschiert
ISSN: 0026-0096

Autoren in dieser Ausgabe

Alexander Klose, Benjamin Steininger, Thomas Etzemüller, Kathrin Passig, Sophie Schönberger, Catherine Davies, Claus Leggewie, Tobias Becker, Holger Afflerbach, Kai van Eikels, Martin Sabrow, Enis Maci,







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