MERKUR

Heft 11 / November 2010

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Wolfgang Marx

Wörter für Dinge, die es nicht gibt

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Zitate:

Es gehört zu den alten und festgefügten Ansichten über die Sprache, dass sie ihre Entstehung den Notwendigkeiten der Kommunikation verdanke und dass die Verfügung über das Wort eines der wesentlichen Merkmale sei, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Nach allem, was wir inzwischen wissen, spricht manches gegen die Richtigkeit beider Ansichten. Nun ist freilich auch die Gegenthese nicht gerade neu, die besagt, dass Begriffe primär der kognitiven Bewältigung der Welt dienen, also als ein Inventar des produktiven Denkens entstanden sind und erst sekundär eine Mitteilungsfunktion bekommen haben. Diese Idee lässt sich schon bei Aristoteles finden, und auch Herder hat sie in seiner Preisschrift über den Ursprung der Sprache vertreten. Auf den ersten Blick scheint die eine Sichtweise so gut wie die andere und die Kontroverse so fruchtlos wie die um den Primat von Henne oder Ei. Erst eine phylogenetische Betrachtung kann aus dem Dilemma hinausführen. Tatsächlich können auch Tiere schon Begriffe bilden, was im Folgenden noch belegt werden soll. Das führt jedoch keineswegs dazu, dass sie mit Hilfe von Begriffen miteinander zu kommunizieren beginnen. Was wiederum dafür spricht, dass die Ausbildung eines solchen kognitiven Potentials auf die Optimierung der Weltwahrnehmung hinausläuft. Dass mit Hilfe dieses Potentials auch ein Kommunikationssystem aufgebaut werden kann, ist ein erst auf der Ebene des Menschen realisierter Zusatznutzen.

MERKUR Jahrgang 64, Heft 738, Heft 11, November 2010
broschiert
ISSN: 0026-0096

Autoren in dieser Ausgabe

Rainer Hank, Bernhard Schlink, Heinz Theisen, Paul Kennedy, Thomas Krüger, Jürgen Kaube, Otfried Höffe, Michael Rutschky, Christian Schröder, Wolfgang Marx, David Klett, Sabine Beppler-Spahl, Jens Soentgen,

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