MERKUR

Heft 10/11 / Oktober 2013

Wir? Formen der Gemeinschaft in der liberalen Gesellschaft

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Zitate aus dem Doppelheft, Nr. 773/774

Das Integrationsproblem ist aber keineswegs auf Multireligiosität und Multikulturalität beschränkt. Es bestünde auch ohne Migranten, und zwar als Problem moderner westlicher Gesellschaften, die auf der personalen Ebene durch wachsenden Individualismus und auf der sozialen Ebene durch voranschreitende funktionale Differenzierung gekennzeichnet sind. Zum einen kann jeder sein Leben nach eigenen Vorstellungen einrichten und im Rahmen von Anlagen, Ausbildung und Vermögen über Beruf, Freizeitgestaltung, soziale Beziehungen, Informationsquellen, Sinnangebote frei entscheiden, während die Klassen, Schichten, Assoziationen, Kirchen, Milieus, die einst für gesellschaftliche Kohäsion sorgten, ihre Bindungskraft einbüßen oder sich ganz auflösen.

Dieter Grimm, Wachsende Heterogenität – schwierige Integration

 

Die »Erfindung Europas« ist gerade nicht – und anders, als es die offiziellen Dokumente des Europäischen Rates erzählen – ein Monopol des antifaschistischen Widerstandes. Auch im Jungen Europa fand sich vielfach der Bauplan einer künftigen europäischen Ordnung. Dass Europa zu einer »Leitvokabel« (Ulrich Herbert) der Nazis werden konnte, kommt in den vielfältigen Karlspreisreden der Nachkriegsgeschichte nicht vor. Genau deshalb gehört sie zum »verborgenen Schatten« (Julia Kristeva) ihrer nicht erzählten Geschichte.

Rainer Hank, Wir Europäer

 

Luft, Wasser, Wald und Bindung gehören zu den Dingen, deren totale Abwesenheit nicht bemerkt werden kann, weil diejenigen, die sie bemerken könnten, dann schon tot sind. Ohne Luft und Wasser gibt es kein Leben. Das ist offensichtlich weder banal noch ein Allgemeinplatz, wenn man in einer als gebildet und intelligent daherkommenden Schrift den Satz lesen kann, dass es in der Moderne schwer geworden sei, zwischen »nothing« und »something« zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen Luft zum Atmen haben oder keine Luft zum Atmen haben, ist elementar und immer gültig.

Cord Riechelmann, Luft, Wasser, Wald und Bindung

 

Heute, so scheint es, ist Freundschaft für die Jüngeren keine Hilfe mehr bei dem Versuch, ihren Ort im Beruf, im Leben und in der Gesellschaft zu finden, sondern eher Last und Beschränkung. Freunde und die mit ihnen verbundenen Verpflichtungen hindern sie daran, ihren Weg zu machen, ihre Karriere zu verfolgen und im Konkurrenzkampf um gute Positionen zu bestehen. Die Angst vor Kündigung sitzt ihnen zu sehr im Nacken. Verkehrte Welten: Wo die Älteren – aus Sicherheitsgründen – die Freundschaft suchen, um für die Kontingenzen des Lebens gewappnet zu sein, da können sich die Jüngeren – ebenfalls aus Sicherheitsgründen – Freundschaften nicht mehr leisten.

Helmut König, Freundschaft

 

Auch das öffentlich-rechtliche Programm wird in eine Teilkomponente eines gigantischen »Informationscontainers« verwandelt, der das Leben als ein vielgestaltiges Strömen in einem unendlichen Raum von Optionen darstellt. Marshall McLuhan hat – nicht immer im Einklang mit seinen Prophezeiungen vom »global village« – auch von einer »Entflechtung« des gesamten Gewebes der Gesellschaft gesprochen, von einer unerfreulichen »Desintegration«. Das einheitliche Programm löst sich vielleicht nicht in einem »Daily Me« auf, wie es Nicholas Negroponte schon vor Jahren prognostiziert hat, aber an die Stelle eines Rundfunks, der mit seinen Vollprogrammen kontinuierliche soziale Bindungen schafft, treten in der Kultur der Netzwerke Bindungen, die viel diskontinuierlicher sind und zum großen Teil darauf beruhen, dass die Zuschauer die in den Medien hergestellten Medienereignisse jetzt miterleben dürfen.

Thomas Vesting, Der öffentlich-rechtliche Rundfunk

 

Tatsächlich aber trieb das Konkurrieren auf Märkten ebenso wie auf einem Sportplatz oder anderswo die Menschen keineswegs nur voneinander weg oder stellte sie in ein genuin instrumentelles Verhältnis, in dem der eine den anderen nutzte und benutzte, sondern es konnte auch Nähe, Ähnlichkeiten und Empathie produzieren. Fasst man Gemeinschaften nicht im Sinne von Tönnies als unmittelbare Solidarität einer vom kalten Wind der kapitalistischen Moderne noch nicht erfassten Welt oder mit Max Weber als einen auf Gefühlen – statt Interessen – basierenden Zusammenhalt, sondern weiter als ein lockeres Band zwischen Menschen in funktional differenzierten Gesellschaften, die intensiv miteinander interagieren, die bestimmte Interessen teilen, die zugleich oder sogar deswegen Empathie für einander entwickeln, dann halten Gemeinschaften Konkurrenz nicht nur aus, Konkurrenz kann sogar gemeinschaftsstiftend wirken.

Nina Verheyen, Gemeinschaft durch Konkurrenz

 

Der Schüchterne verweigert sich diesen Anforderungen: Er schweigt in der Gruppenarbeit, er versteckt sich, so gut es geht, im »open office«, und er wagt aus Angst vor der Blamage nicht, sich mit eigenen Beiträgen am Brainstorming zu beteiligen. Damit wird der Schüchterne aber immer stärker zum Problem für die Vergemeinschaftung der Gesellschaft, also für das Vordringen gemeinschaftlicher Elemente in nahezu alle funktionalen Teilbereiche der modernen Gesellschaft. Die Inkommunikabilität findet sich nun in einem Spannungsverhältnis zwischen ihrer Therapeutisierung und ihrer moralischen Kritik. Bereits die französische Diskussion um 1900 hatte auf das Problem hingewiesen, dass der Schüchterne durch seinen kommunikativen Rückzug als unfreundlich und arrogant gilt – als ein Individualist, der sich über die impliziten Normen des gemeinschaftlichen Zusammenseins hinwegsetzt.

Urs Stäheli, Figuren des Schüchternen

 

Bilden sich zunächst nur konzentrische Wellen um das familial-familiäre Zentrum, verschieben sich irgendwann die Koordinaten, und das Nest wird aus der Mitte der Welt verrückt. Es tauchen andere Gefilde und Koordinatensysteme am Horizont auf, andere Zentren und Fluchtlinien, parallele Aktions- und Passionsräume, Geschmacks- und Begeisterungsmilieus, Temperatur- und Geschwindigkeitszonen, andere Sofas, Spielplätze, Spieltische. Nicht überall spielt man lange mit.

Rudolf Helmstetter, Kontingenzfähigkeit und Absurditätstoleranz

 

Selbstverständlich teilten wir das adornitische Lebensgefühl, »subkutan«, wie der kleine Schamane der katastrophischen Moderne gesagt hätte. Unsere gute Laune war von keiner gesellschaftlichen Euphorie getragen. Ich bekenne, auch ich las damals die Minima Moralia mit glühenden Wangen. Vermutlich, ich erinnere mich nicht mehr genau, war uns auch schon Habermas´ Unterscheidung geläufig zwischen der halbierten Vernunft, in welcher sich die gesellschaftliche Arbeit organisiert hatte, und der Sinnsphäre, in der Vernunft angeblich in der Vollfettstufe zu haben war, wenngleich als knappes Gut, weil die eindimensionale Rationalität sie dauernd absaugte. Habermas hätten wir erwidert: In unserer Lebenswelt ist überhaupt nichts mehr zu kolonisieren. Zu Adorno: Verzweiflung ja, aber nicht so wie deine larmoyanten, diskursseligen Adepten.

Thomas E. Schmidt, Szenenbildung Anfang der Achtziger

 

Umsturz, Verrat, Betrug, Diebstahl, Tempelschändung auf der einen Seite, Kronjuwelen, Güter der Nation, Menschheitserbe auf der anderen – diese Lagebeschreibung lässt eher an einen Akt barbarischer Zerstörung durch marodierende Banden denken als an Umstrukturierungspläne einer ordentlich legitimierten Museumsverwaltung. Als diskursstrategischer Schachzug ist das so geschickt wie perfide. Es setzt zum einen den Planungsstab der Berliner Museen unter den pauschalen Verdacht, das imaginäre Singularwesen »die Menschheit« böswillig um sein legitimes Erbe betrügen zu wollen, und es suggeriert zum anderen, die Gegner der Museumsrochade verträten selbstverständlich die Interessen der betrogenen Partei. Nun bezweifle ich keineswegs, dass dieser Anspruch Ausdruck lauterer Überzeugung ist. Aber schon die Metaphorik gibt meines Erachtens einigen Anlass zu Misstrauen.

Christian Demand, Museum und Erbengemeinschaft

 

Es gibt bekanntlich politische Positionen, die marktliberalen, die den Konsum wertschätzen. Aber den Konsum mit ihren Argumenten zu verteidigen, ist widersinnig (und nebenbei öde), weil die marktliberale Position die Definition des Konsums sowohl von den Konservativen als auch den Linken übernimmt. Sie bewertet ihn bloß anders. Meine Verteidigung der Dinge wird eine andere sein: Ich will daran erinnern, dass keine Kultur, ob modern oder archaisch, je ohne die Verehrung der Dinge ausgekommen ist. Der Materialismus ist vielmehr Teil der condition humaine . Die Dinge sind uns nah; wir beschmieren sie mit unserem Schweiß und hinterlassen auf ihnen unsere Hautschuppen. Unsere Dinge sind dreckig. Sie sind ein Teil unserer Identität. Mehr noch: Sie sind Medium der Kommunikation. So sind sie manchmal mehr als Worte das Bindemittel jeder Gemeinschaft, jeder Gesellschaft.

Remigius Bunia, Die dreckigen Dinge

 

Vordergründig scheint es, dass die Notgemeinschaft Bindungen erzeugt, die in der lockeren liberalen Gesellschaft aufgelöst sind und heimlich vermisst werden, dass sie der Ort von Heldentum und Solidarität ist. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass sie in Wirklichkeit noch viel schärfere Trennungen zieht. Die Notgemeinschaft weiß zu töten und weiß dieses Töten auch (besser oder schlechter) zu begründen. Im Moment des Ernstfalls sind tödliche Entscheidungen gerade deswegen zu rechtfertigen, weil sie einer Logik der Ausnahme folgen, in der andere Regeln gelten. Darum können in ihr Werte suspendiert werden, die eigentlich als unantastbar gelten. Katastrophennarrative funktionieren so nicht nur als Fantasie vom »Einbruch des Realen«, sondern als Einübung in eine Politik des Ernstfalls.

Eva Horn, Überlebensgemeinschaften

 

In legalen Unternehmen geht man von einer prinzipiellen Harmonie aus. In einer kriminellen Organisation soll der Anführer sich darauf verlassen können, dass seine ihm untergebenen Helfer nicht im eigenen Interesse unkontrollierte Sondergeschäfte tätigen, sich mit konkurrierenden Banden verbünden oder gar mit der Polizei kooperieren. Der Bruch des Vertrauens, der die ganze Bande und ihren Chef gefährdet, stößt auf große moralische Empörung und ist nur selten heilbar. Entscheidend ist: Das einzelne Bandenmitglied wird nicht als Individuum gesehen, das sich anschließen und wieder austreten kann. Es gehört zu einer Lebensgemeinschaft.

Erhard Stölting, Organisiertes Verbrechen und der Geist der Gemeinschaft

 

Die Übereinstimmung unter Freunden in Fragen des Kulturkonsums – oder vielmehr ihr Fehlen – ist in den letzten fünfzehn Jahren als Nebeneffekt der Arbeit an Empfehlungsalgorithmen erforscht worden. Nichts in den Ergebnissen dieser Forschung deutet darauf hin, dass es bei Filmen, Büchern oder Musik nennenswerte Überschneidungen zwischen Freundeskreis und Geschmacksnachbarschaft gibt. Trotzdem beharren privat und öffentlich viele Menschen darauf, in wesentlichen Geschmacksfragen mit ihren Freunden übereinzustimmen oder doch zumindest kompetente Empfehlungen erteilen zu können. Auch in sonstigen Meinungsfragen erweist sich die Einigkeit unter Freunden als Fiktion, sobald man sie genauer unter die Lupe nimmt.

Kathrin Passig, Kontextfusion und Konsensillusion

 

Was Einwanderer gewöhnlich für die Arbeitgeber wirtschaftlich interessant macht – ihre Unterwürfigkeit und Formbarkeit als rechtlose Außenseiter im Land, die niedere, von den Einheimischen verschmähte Arbeiten verrichten –, sind genau die Eigenschaften, die sie als Mitglieder der Gesellschaft nicht wünschenswert erscheinen lassen. Darum sind Gastarbeiteranwerbungen der einen oder anderen Art – beinahe definitionsgemäß – die idealtypische Form der Wanderarbeit. Denn sie sollen für Ersteres (willige Arbeitskräfte) sorgen, dabei aber die Nachteile des Letzteren (unerwünschte Mitbürger) vermeiden. Aus dieser Sicht erschienen Gastarbeiterprogramme nicht so sehr als eine Unterkategorie der Einwanderung insgesamt, sondern als die Regel, von der ausgehend abweichende Muster zu erklären sind.

Kristin Surak, Die Gastarbeiter

 

Vermutlich ist das normal. Vermutlich sind dreiundzwanzig Jahre für gesellschaftliche Transformationsprozesse ein Fliegendreck. Und vermutlich wäre es fruchtbarer, sich mit den Kindern der Generation zu beschäftigen, die hier Hubert Winkels heißt, um dort nach Durchlässigkeiten im diskursiven Selbstentwurf zu suchen. Denn aus dieser Resignation in Normalität stammt das oben genannte erste Erstaunen: Man ist beinahe zu müde, das Immergleiche immer wieder zu sagen, schon weil das bei allen Beteiligten am Reden über Ost und West das gereizte Gefühl produziert, dass es doch langsam mal gut sei. Tatsächlich gibt es andere Sorgen, und dennoch ist es nicht ohne Witz, sich mit Blick auf die Debatten über Ost und West im dreiundzwanzigsten Jahr der Einheit zu fragen, wozu die DDR heute eigentlich gut ist.

Matthias Dell, Die DDR im Hubert-Winkels-Wir

 

Bei Talkshows gewinnt das Wir mühelos Allmacht. Wir können das Bildungswesen umfassend umgestalten nach den Vorschlägen von Richard David Precht und ebenso den globalen Arbeitsmarkt umwälzen, indem wir die Einfuhr von Textilien aus Bangladesch unterbinden. Wir haben die Lage erkannt, wie sollten wir aufzuhalten sein? In der Zukunft werden Kulturhistoriker womöglich unsere Talkshows als aktuelle Form der Predigt vor der Gemeinde erkennen.

Michael Rutschky, Wer ist wir?

 

Fans des Eurovision Song Contest? Eher hätte man das Gegenteil erwartet, eine Bürgerinitiative zur Abschaffung minderen Kulturguts. Was sich aber – mit Malmö als erster Station – zusammenfand, war der Kern einer europäischen Bewegung, die vollständig unabhängig war von Staaten, Kultur- oder Förderprogrammen. Jenseits der Kulissen des Eurovision Song Contest war eine vernetzungswillige Community bereit, für dieses ästhetische Angebot einzutreten. Und es war eine Arbeit, die nicht einer bestimmten Sorte Musik verpflichtet war – in Malmö war ersichtlich, dass das Interesse ein europäisches war. Die jeweiligen Beiträge des eigenen Landes werden geschätzt – aber im Fokus steht ein sublimes, undefiniert europäisches Wir.

Jan Feddersen, Europäischer Underground

 

Wer über die CDU und das Kanzleramt berichtet, erlebt nicht nur Berliner Rituale gemeinschaftlich, etwa die montägliche Pressekonferenz nach Gremiensitzungen oder die unregelmäßigen Hintergrundgespräche, zu denen die Bundeskanzlerin ausgewählte Büroleiter lädt. Die Berichterstatter fahren auch gemeinsam zu den entsprechenden Parteitagen, zu den Klausursitzungen der Führungsgremien, zu Auftritten der Parteivorsitzenden in den Wahlkämpfen, sie begleiten wichtige Ministerpräsidenten auf deren Sommerreisen. Als exklusivste Klassenfahrt der Berichterstatter gilt der Mitflug in der Kanzlerinnenmaschine zu Auslandsreisen oder internationalen Gipfeltreffen, der Hintergrundgespräche in der Besprechungskabine der Regierungschefin einschließt.

Ralph Bollmann, Vergemeinschaftung im Regierungsviertel

 

Der Exzess des ökonomischen Menschen führt auf Neuland. Nicht die verfehlte »Geilheit« wird dem berechnenden Geist zum Vorwurf gemacht; viel stärker irritiert sein »imperialistischer« Charakter: die Tendenz, den angestammten (Markt)Platz zu verlassen, in jede Nische des Lebens einzudringen und nicht eher zu ruhen, als bis noch die kleinste menschliche Regung ihm gehorcht. Sogar radikale Ökonomen – die den (Un)Geist selbst aus der Flasche gelassen haben – erschrecken, sobald sie auf das Ende sehen. Ihrer Vorstellung nach gibt es ganz Unterschiedliches zu tun – jedes sollte zu seiner Zeit, alles an seinem Platz und nichts maßlos passieren. Mal würden Gewinne gemacht (Markt), mal Kinder gehütet (Familie), ohne dass sich Menschen oder Motive ins Gehege kommen. Dahinter steht das Wissen darum, dass ein entfesselter Egoismus zerstört, was er, um zu überleben, am dringendsten benötigt: Nächstenliebe.

Wolfgang Fach, Exzessiver Egoismus

 

Und noch heute gefällt sich die Insel als eine Art bling-bling-loser Gegenentwurf zur Côte d´Azur. Ein vulgäres Zurschaustellen von Reichtum ist nicht erwünscht, laute Nachtclubs sucht man vergebens, und überhaupt schmecken Austern am besten, wenn man sie nicht in der Öffentlichkeit, sondern im Rahmen privater Dîners zusammen mit seinen weißbeschuhten Pariser Freunden im Innenhof der eigenen Villa verspeist, die aber von außen wie ein stinknormales, weißgetünchtes Fischerhaus in Seitenstraßenlage aussieht und dies auch einmal war. Die Insel als Laborexperiment und gewollt ausgesuchte Gemeinschaftsform.

Stephan Herczeg, Journal (VIII)


MERKUR Jahrgang 67, Heft 773/774, Heft 10/11, Oktober 2013
broschiert
ISSN: 0026-0096

Autoren in dieser Ausgabe

Christian Demand, Dieter Grimm, Rainer Hank, Cord Riechelmann, Helmut König, Thomas Vesting, Nina Verheyen, Urs Stäheli, Rudolf Helmstetter, David Wagner, Thomas E. Schmidt, Christian Demand, Remigius Bunia, Eva Horn, Erhard Stölting, Kathrin Passig, Kristin Surak, Matthias Dell, Michael Rutschky, Jan Feddersen, Ralph Bollmann, Wolfgang Fach, Stephan Herczeg, Franz Kafka,


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