Das Haus der Assel in der Oranienburger Straße 21 sieht aus, als hätte ein Bauer mit Mistforken Heu über die Balkons gehievt und dort vergessen. Nach der Wende setzte der Inhaber zwei Samen Knöterich um das Regenrohr als Ausdruck für eine neue Zeit − alles sollte schöner werden, und die Bewohner freuten sich darüber, wie die Pflanzen wuchsen und das Grau der Fassade bedeckten. Unter Vogelgezwitscher betrete ich das halb im Souterrain liegende Lokal. Manchmal glauben die Gäste, dass die Laute von einem Tonband im Gewächs kommen, dann klatscht der Inhaber in die Hände, und für ein paar Sekunden ist es ganz still, bis das Gezwitscher wieder einsetzt − eine Showeinlage, die immer funktioniert. Erst sind nur Spatzen gekommen, dann Finken; insgesamt schätzt man den Bestand auf sechshundert Vögel. "Eindeutig zu viele", meint der Wirt. Seine Nichte, die im zweiten Stock wohnt, wollte schon einmal eine Katze anschaffen, dann hat sie es doch gelassen, und manchmal sagt ihr Sohn auch: "Lass das Fenster auf, Mama, mit den Vögeln kann ich gut einschlafen."
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